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Stellungnahme der ödp-Fraktion zum Haushaltsplan 2009 der Stadt Bad Driburg
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
Stehen wir an einer kommunalpolitischen Zeitenwende? Ist das NKF, das Neue Kommunale Finanzmanagement, oder auch Doppik genannt, etwas völlig Neues, was unser bisheriges Denken und Handeln als Politiker total verändert?
Ziel des Doppik ist die nicht die Bereitstellung von Ausgabeermächtigungen, man spricht hier von Inputsteuerung, sondern die Vorgabe von Zielen (Outputsteuerung). Bei allen bisherigen Haushaltsberatungen ging es aber schon immer und vor allen Dingen um Ziele. So war es bisher und so wird es auch in Zukunft immer sein. Hier hat sich mit NKF bzw. Doppik gar nichts geändert. Die Ziele sind immer zuerst da, dann kommt alles andere. Im Gegensatz zu der schwierigen Frage: Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? lässt sich diese Frage hier ganz klar und eindeutig beantworten.
Zentrales Anliegen des NKF ist, das kommunale Haushalts- und Rechnungswesen von der bislang zahlungsorientierten Darstellungsform auf eine ressourcenorientierte Darstellung umzustellen. Insbesondere das eigene Vermögen und der Vermögensverbrauch sollen in einer Vermögensbilanz ständig unter die Lupe genommen werden. Zentraler Punkt ist die Entwicklung des Eigenkapitals (Vermögen minus Schulden). Die Frage ist: Gelingt es, eine Verringerung des Eigenkapitals zu verhindern und damit einen wichtigen Beitrag zu leisten für die Stärkung der Nachhaltigkeit öffentlichen Handelns? Beim NKF geht es jedoch um eine ganz andere Form von Nachhaltigkeit als die ökologische, es geht hier nämlich nur um eine so genannte finanzielle Nachhaltigkeit in Form von Geldvermögen. Gibt es das überhaupt, eine in Geld bewertete Nachhaltigkeit? Was aus dieser Form werden kann, erleben wir zurzeit bei der Bankenkrise. Wahre Nachhaltigkeit aus ökologischer Sicht besteht darin, die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten
Auch in der Kameralistik gab es bisher durchaus eine Berechnung der Vermögenswerte und des Vermögensverzehrs. Die Bestimmungen des NKF sind daher nicht gänzlich neu. Alle kommunalen Bereiche dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit zu unterziehen, was Ziel des NKF ist, ist aber nicht sinnvoll. Man kann nicht Stadtbüchereien, Hallenbäder, Sportplätze, Jugendarbeit und kulturelle Veranstaltungen nach Gewinn und Verlust bewerten. Diese kritischen Anmerkungen sollen natürlich nicht den Kämmerer Herrn Koch und sein Team treffen. Sie mussten den gesetzlichen Vorgaben Folge leisten und Sie haben Doppik aus Sicht der ödp-Fraktion professionell umgesetzt.
Nun aber zur politischen Bewertung des Haushalts. Wie schon gesagt, geht es hierbei immer um Ziele, politische Ziele. Es gibt zwei Punkte an diesem Haushalt, bei denen wir darüber nachgedacht haben, ihn abzulehnen. Erster Punkt ist wie jedes Jahr die Therme. Bei diesem Bauwerk ist ganz klar festzustellen: Es erfolgt ein schleichender Wertverlust der Anlage, der eigentlich durch ständige Investitionen, mindestens in Höhe der jährlichen Abschreibung, aufgehalten werden müsste. Das passiert aber nicht, was sich für jeden Besucher am Zustand dieser Anlage unschwer feststellen lässt. Das Engagement der neuen Geschäftsführerin in Ehren, aber außer ein paar Besuchern mehr pro Tag und geringfügigen Einsparungen tut sich nicht viel. Der Verlust ist mit mindestens 1 Million Euro per anno zementiert. Das Betreiben dieses Bades ist in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von Nachhaltigkeit, da nur für wenige Besucher der laufende Betrieb unter großen Verlusten aufrecht erhalten werden kann. Investitionen im großen Stil könnten nur über neue Schulden finanziert werden. Manch einer hier im Rat träumt von einem Hallenbadanbau mit gleichzeitiger Komplettsanierung der Therme. Kosten mindestens 5 Millionen! Ein solches Bad müsste, wie das derzeitige Hallenbad am Krähenhügel, zu 75% ein Schulschwimmbad sein, Öffnungszeiten für den normalen Badegast wären auch hier nur sehr begrenzt verfügbar. Hinzu käme die ungünstige Lage des Bades für die Schulen. Eine solche Idee, die immer wieder mal ins Spiel gebracht wird, ist eine Schnapsidee. Die Verluste der Therme in Millionenhöhe sind für die Stadt Bad Driburg nicht tragbar. Im letzten Jahr ist der Verlustausgleich der Stadt Bad Driburg leicht gefallen. In diesem Jahr wird es schwer, wenn wir uns die Einnahmeseite anschauen.
Nun komme ich zum zweiten für die ödp-Fraktion kritischen Punkt. Seit dem 1. Januar 2009 gilt ein neuer Vertrag zwischen der Stadt und dem Privatbadbesitzer bezüglich der Entschädigungsleistungen für den Gräflichen Park. Aus Sicht der ödp-Fraktion müssen sämtliche Vertragsbestandteile den Bürgern der Stadt Bad Driburg mitgeteilt werden. Dabei geht es zunächst um die Entschädigungsleistung seitens der Stadt in Höhe von 880 000 Euro an den Privatbadbesitzer, die fast das gesamte Kurbeitragsaufkommen verschlingt. Für die Entwicklung der Stadt Bad Driburg als Kurort bleibt davon fast nichts übrig. Wer den schlechten Zustand der Langen Straße kennt, wird sich fragen, warum nicht ein Teil der Summe hier hätte eingesetzt werden können. Es wäre ja auch im Sinne des Privatbades, wenn die Fußgängerzone Bad Driburgs attraktiver wäre. Veröffentlicht werden muss auch die neue Regelung, von allen Besuchern, auch von den Driburger Bürgern für den gesamten Kurpark, beginnend am Franzosengrab an der Brunnenstraße, Eintritt zu verlangen. Uns als ödp-Fraktion geht der mit dem Privatbadbesitzer geschlossene Kompromiss zu weit. Die Einnahmeseite sieht nicht rosig aus. Die Schlüsselzuweisungen haben sich verringert. Wie weit die Steuereinnahmen noch einbrechen werden, vermag niemand vorauszusagen. Bei den Ausgaben fallen die hohen Transferaufwendungen ins Auge, fast 43% des Haushaltsvolumens, davon gehen fast 10 Millionen an den Kreis in Form der Kreisumlage. Der Kreis greift den Kommunen ständig mehr in die Tasche und bietet dafür immer weniger. Mit der ARGE-Konzentration auf 2 Standorte wird nicht der Service für Arbeitssuchende verbessert, das Geld wird verbraten für die angemessene Unterbringung in einer aufwendig sanierten, Denkmal geschützten Immobilie. Ob das Geld für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises nutzbringend angelegt ist, also mehr Arbeitsplätze und mehr Ansiedlung von Gewerbe im Kreis Höxter, darüber bekommt man keine Auskunft, weil ja alles, schöne Ausrede, unter den Datenschutz fällt. Die Straßeninstandhaltung im Kreis besteht darin, möglichst viele Straßen still zu legen, was man sogar in der Bild-Zeitung lesen konnte. Dass junge Menschen bei dieser Politik keine Zukunftschancen sehen und dem Kreis Höxter den Rücken zukehren, dürfte klar sein. Es wird höchste Zeit, dass sich an der Spitze des Kreises der längst überfällige Wechsel vollzieht.
Was aus unserer Sicht dringend ansteht, ist die Sanierung der Langen Straße. Eine Zusage über Zuweisungen vom Land in Höhe von ca. 800 000 Euro ist eingegangen und positiv zu bewerten, es kann nun bald begonnen werden. Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Anwohnern der Langen Straße dieses Projekt weiter voranbringt. Was uns sehr gut gefällt am Haushalt 2009 ist der massive Einstieg in Energie einsparende Maßnahmen bei öffentlichen Bädern und Gebäuden. Das kleine BHKW für Hallenbad und Mehrzweck-Turnhalle sowie die Maßnahmen im Freizeitbad, Luftwärmepumpe und neue Gasheizung, sind genau das Richtige in einer Zeit mit ständig steigenden Energiepreisen.
Dass weiter moderat Schuldenabau betrieben wird, ist ebenfalls lobend hervorzuheben. Das ist der richtige, nachhaltige Weg. Zum Stellenplan ist noch Folgendes anzumerken: Abbau von Personal bedeutet immer, dass kommunale Leistungen eingeschränkt werden müssen. Wenn die Stadt z. B. einen Schwimmmeister entlässt, dann muss sie eines ihrer drei Bäder stilllegen. Es kommt vielleicht in der Öffentlichkeit gut an, wenn man laufend eine Senkung der Personalkosten fordert. Dann sollte man dem Bürger aber auch gleich sagen, dass er mit Leistungseinschränkungen zu rechnen hat. Insgesamt haben wir am Personalplan nichts auszusetzen. Trotz der beiden oben genannten kritischen Punkte sind wir zur einer positiven Gesamzeinschätzung des Haushalts gekommen. Der vorliegende Haushaltsplanentwurf ist in einer Übergangsphase von Kameralistik zu NKF und in einer wirtschaftlich schwierigen und schwieriger werdenden Zeit eine akzeptable Lösung. Wir werden ihm deshalb unsere Zustimmung geben.
Schließlich danken wir dem Kämmerer, Herrn Koch, und seinem Team für die hervorragende Arbeit an den Zahlen, ebenfalls ein Dank an Bürgermeister Deppe.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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Erklärung der ödp-Fraktion zum Projekt "Bilster Berg"
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Ratssitzung 23.06.2008
Erklärung der ödp-Fraktion zum Projekt "Bilster Berg"
Aus Sicht einer ökologischen Partei
ist das Projekt "Bilster Berg" nicht akzeptabel!!!!!!! Bereits
in der Ratssitzung vom 25. November 2005 haben wir, die öpd-Fraktion,
an diesem Projekt deutlich Kritik geübt und es grundsätzlich
abgelehnt. Die bisher erfolgten Informationsveranstaltungen und
Diskussionen in der Ö:ffentlichkeit haben uns in unserer
ablehnenden Haltung bestärkt. Diese Strecke ist nach
unserer Überzeugung vor allen Dingen eine Rennstrecke nach dem
Motto: Just for Fun. Das hat zunächst einmal der Privatbadbesitzer,
der Hauptinitiator dieser Rennstrecke, in einem Interview in der
Süddeutschen Zeitung selber so gesagt: "Golf und Tennis bieten
viele Hotels in ihrer Nachbarschaft. Aber kein Haus hat eine Rennstrecke
vor der Haustür." Im Online-Portal "Motorsport Total"
verkündete der Projektentwickler von Glasenapp kürzlich,
dass auf der Strecke am Bilsterberg natürlich Club-Rennen
oder auch Porsche-Cup, ja sogar auch Formel 1 Testfahrten sowie
DTM-Probefahrten machbar seien. Der Privatbadbesitzer Graf von
Oeynhausen-Sierstorff ebenso wie der eben genannte Projektentwickler
von Glasenapp sind beide bekennende Rennfahrer, wie auch der Herr
Schaffert, der das passende Lärmgutachen liefert.
All das, was wir bereits im November 2005 befürchtet und auch angemahnt haben,
finden wir heute im vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 4 "Test- und Präsentationsstrecke
"Bilster Berg" wieder. Dabei geht es vor allem um die Zielgruppen bzw. Nutzer.
Lediglich 50% der Belegung soll im Bereich der Industrie im Testbereich
liegen. Weitere 50% sollen für Präsentationen und Veranstaltungen in Anspruch
genommen werden Die Nennung der Nutzer aus dem Industriebereich erschien
uns 2005 schon wie eine Auflistung aus dem Telefonbuch, hier hat sich
bis heute nichts geändert. Ein Beispiel: Unter potentielle Nutzer wird
u.a. der Reifenlieferant Conti genannt. Dieser Reifenlieferant hat mehrere
Teststrecken im Ausland und eine Teststrecke "vor Ort" - das Contidrom in Hannover.
Was uns besonders stört, ist die 50 %-Belegung der Strecke durch Präsentationen
und Veranstaltungen. Wir befürchten, dass diese 50%-Marke bei der Inbetriebnahme
des Projektes "Bilster Berg" nicht eingehalten und man weit darüber hinausgehen
wird. Hier halten die Projektplaner auch wirklich nichts geheim, sie halten
mit ihren Plänen nicht hinter dem "Bilster Berg". Internet-Portale wie
Motorsport-total mit Berichten über die Projektplanung sowie entsprechenden
Interviews belegen, dass eine Rennstrecke just for fun und nicht eine
vorwiegend von der Industrie genutzte Test- und Präsentationsstrecke entstehen soll.
Dass das Projekt auch noch das Etikett "Nachhaltigkeit"
verpasst bekommt, ist schon der Gipfel. Wir verstehen unter Nachhaltigkeit
etwas ganz anderes. Eine Rennstrecke ist das genaue Gegenteil. Hier werden
wertvolle, begrenzt vorhandene fossile Energieträger just for fun verheizt.
In unserer heutigen Situation, wo sich das Erdölzeitalter dem Ende zuneigt,
ist die Rennstrecke "Bilster Berg" ein glatter Hohn. Im Interesse unserer
Kinder und der nachfolgenden Generationen müssen wir mit der zur Neige
gehenden Ressource Erdöl sparsam umgehen. Der Rat der Stadt Bad Driburg
wäre gut beraten sich von dem Prinzip "Global denken - lokal handeln"
leiten zu lassen und das Projekt abzulehnen. Noch ein Wort zur beinahe
tragischen Rolle der Stadt Nieheim. Diese Stadt wird alle negativen Folgen
der Rennstrecke zu tragen haben, denn Nieheim liegt in der Westwindzone
und wenn der Lärm der Rennstrecke irgendwo am gröten ist, dann in Nieheim.
Bad Driburg selbst, wenn wir die Ortschaft Pömbsen einmal ausnehmen, wird
vom Lärm der Rennstrecke kaum etwas zu spüren bekommen. Wir fühlen als
ödp-Fraktion durchaus eine Mitverantwortung für die Menschen unserer Nachbargemeinde,
die mit vielen originellen Ideen massiv und erfolgreich in die Entwicklung
eines sanften Tourismus investiert haben.
Die ödp-Fraktion sagt zu diesem
Projekt ein deutliches "Nein"!!! Es dient weder den hier lebenden Menschen
und schon gar nicht dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
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Stellungnahme der ödp-Fraktion zum Haushaltsplan 2008 der Stadt Bad Driburg
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren,
Kritik gehört zur Demokratie und ein Haar oder sogar mehrere Haare in der Suppe zu suchen und zu finden,
ist mit Sicherheit nichts Ehrenrühriges für einen Politiker.
Allerdings ist für uns die Gesamteinschätzung der Suppe zunächst
einmal wichtiger. Es mag ja sein, dass gar kein Haar zu finden ist. Aber,
und das ist die entscheidende Frage: Wie ist die Qualität der Suppe?
Hat der Koch die richtigen Zutaten gewählt? Ist die Suppe genießbar?
Oder müssen die Bürger unserer Stadt im Haushaltsjahr 2008 eine
Suppe auslöffeln, die ihnen nicht schmeckt?
Gehen wir zuerst einmal von der Einnahmesituation aus. Düster war
die Lage im letzten Jahr. Das Defizit von 2 Millionen im Verwaltungshaushalt
sollte durch die Rücklage ausgeglichen werden. Diese wäre dann
auf 300 000 Euro zusammengeschmolzen. Sprudelnde Einnahmen bei Gewerbesteuern,
Konzessionsabgaben und erhöhte Einkommens- und Umsatzsteueranteile
bei gleichzeitiger Ausgabendisziplin haben dies jedoch verhindert. Die
Rücklage blieb also mit 2,3 Millionen erhalten. Sie reduziert sich
in 2008 allerdings um ca. 600 000 Euro zur Finanzierung des Vermögenshaushalts.
Bad Driburg liegt damit voll im Trend. Wie das Statistische Bundesamt
am Dienstag vergangener Woche mitteilte, lagen die Einnahmen von Bund,
Ländern und Gemeinden in 2007 über den Ausgaben, zum ersten
Mal seit 1989 gab es wieder einen Überschuss in den öffentlichen
Kassen. Bei Einbringung des Haushalts 2007 hätte niemand im Traum
nur daran gedacht. Liest man den Abschnitt "Ausblick auf das Haushaltsjahr
2007" vom letzten Jahr, dann wird einem das schlagartig bewusst.
Die kohlrabenschwarze Perspektive des letzten Jahres hat sich in Sonneschein
aufgelöst. Diese ausgesprochen positive Entwicklung sollte sich hier
niemand als persönliches Verdienst ans Revers heften.
In 2008 setzt sich der Trend fort. 2,3 Millionen Euro mehr bei den Schlüsselzuweisungen
und eine halbe Million Rückerstattung aus zu viel gezahlten Beiträgen
für die Finanzierung der deutschen Einheit. Es könnte kaum besser
sein. Dazu noch 90 000 Euro mehr Kurortehilfe. Ich will das jetzt nicht
noch weiter ausführen. Politiker und interessierte Bürger jedenfalls
wissen Bescheid. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass die Stadt
Bad Driburg gegenwärtig finanziell recht gut dasteht. Die Krönung
ist, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder eine freie Spitze von
265 000,- Euro erwirtschaftet wird. Der laufende Betrieb, sprich Verwaltungshaushalt,
wird also in diesem Haushaltsjahr einen Überschuss erzielen, der
für Investitionen (Vermögenshaushalt) eingesetzt werden kann.
Das war schon seit vielen Jahren nicht mehr der Fall.
Was lehrt uns das? Gemeindefinanzierung ist kaum vorhersagbar und extremen
Schwankungen unterworfen. Wie es in einem alten Gedicht heißt: "Jetzt
lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden." Die Jahre
2007 und noch mehr 2008 sind Ausnahmeerscheinungen. Nach einhelliger Meinung
ziehen nun schon wieder die ersten Wolken am Konjunkturhimmel auf, auch
der Zyklus bei den Schlüsselzuweisungen dürfte in den nächsten
Jahren die Einnahmesituation der Stadt wieder verschlechtern. Die Einnahmeseite,
das ist das Problematische an der Gemeindefinanzierung, lässt sich
kurzfristig kaum beeinflussen. Die Auswirkungen von wirtschaftsfördernden
Maßnahmen in Form höherer Gewebesteuereinnahmen greifen erst
nach Jahren.
Kommen wir also zur Ausgabenseite. Hier hat die Kommunalpolitik einen größeren
Einfluss, vorausgesetzt der politische Wille fehlt nicht. Eindeutig positiv
hervorzuheben ist der weitere Schuldenabbau, den wir immer gefordert haben.
Unser Argument, das wir schon oft vorgebracht haben, hat zeitlose Gültigkeit.
Schulden mit dem notwendigen Schuldendienst engen die politischen Handlungsspielräume
zukünftiger Haushalte ein. Im Sinne der Haushaltskonsolidierung richtig
sind nach Auffassung der ödp-Fraktion die Personalplanung und der sparsame
Personaleinsatz.
Wo die politische Einflussnahme groß sein könnte, aber
bei näherem Hinsehen durchaus auch recht begrenzt ist, das sind die freiwilligen
Leistungen der Stadt. Der Kämmerer, Herr Koch, hat uns vor einiger Zeit
dazu eine detaillierte Aufstellung vorgelegt. Interfraktionell haben wir
dieses Papier schon intensiv diskutiert. Die Summe der freiwilligen Leistungen
betrug für 2007 ca. 4 Millionen Euro, für 2008 ist die Summe ähnlich hoch,
davon freiwillige investive Maßnahmen ca. 300 000 Euro. Hierbei geht es
vor allem um den Bau von Kinderspielplätzen, Sportplätzen und die Sanierung
des Freibades, um Zuschüsse für die Dorfgemeinschaftshäuser und die Feuerwehr.
Einsparen lässt sich hier nichts. Was hier ausgegeben wird, stärkt Familien
und Kinder und ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Gemeinschaftsleben unserer
Stadt. Genau die gleiche Argumentation gilt auch für die laufende Bezuschussung
bestimmter städtischer Einrichtungen und Projekte. Oder will demnächst vielleicht
jemand die 1200,- Euro Zuschuss fr Martinszüge und Nikolausfeiern streichen?
Oder hat jemand die 94 000 Euro Zuschuss für die Musikschule im Visier?
Mittlerweile hat sich hier interfraktionell eine gewisse Harmonie eingestellt,
was natürlich damit zusammenhängt, dass der Druck einer prekären Einnahmesituation
weg ist. Unser Credo war immer, sich für die Haushaltssanierung erst einmal
die großen Brocken vorzunehmen. Das war übrigens auch der Sinn der interfraktionellen
Vereinbarung aus dem Jahre 2003, die für uns, die ödp-Fraktion, immer noch
gilt. Bei der Entschädigung für die Nutzung von Kureinrichtungen sind wir
mit dem diesjährigen Haushaltsansatz schon ein gutes Stück weitergekommen.
Eine Absenkung um 68 000 Euro ist eine Sanierungsanstrengung, die Respekt
verdient. Das ist der Weg in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass der
Haushaltsansatz mit dem Ergebnis der zurzeit laufenden Vertragsverhandlungen
übereinstimmen wird.
Wenn ich jetzt meine Rede beenden würde, fragte sich
jeder hier im Saal: Irgendwas stimmt doch nicht! Hat die ödp-Fraktion nicht
was vergessen? Richtig! Wenn die Suppe bisher nicht zu beanstanden war,
dann kommen wir jetzt, ich kann es Ihnen leider nicht ersparen, zum Haar
in der Suppe. Damit wir uns gleich richtig verstehen! Für dieses Haar kann
der Kämmerer gar nichts. Ich würde mal sagen: Aus unserer Sicht ist er ein
Vier-Sterne-Koch! Für das Haar in der Suppe ist allein die Mehrheit des
Stadtrats verantwortlich und das Haar in der Suppe, das ist nach wie vor
das unvermindert hohe Defizit der Driburg Therme. An dieser städtischen
Einrichtung sind bisher alle Sanierungsbemühungen gescheitert. Die Verlustabdeckung
beträgt in jedem Jahr mindestens eine Million, meistens mehr, in diesem
Haushaltsjahr sind es mal wieder 1,17 Millionen. Im letzten Jahr wurde so
gut wie gar nichts in die Einrichtung investiert, was den Besuchern nicht
verborgen bleibt. Niemand sollte die Augen verschließen vor dem Investitionsstau,
insbesondere was den technischen Bereich angeht. Dr. Batz, der vor einiger
Zeit zur Therme ein Gutachten erstellt und vier Alternativen aufgezeigt
hat, kam zu dem Schluss: Die schlechteste Lösung wäre es, das Bad so weiterzuführen
wie bisher. Genau das aber ist passiert! Mit der Auffassung, die Situation
des Bades lässt sich durch eine neue Geschäftsführung erheblich verbessern,
stimmen wir nicht überein. Wir haben schon viele Geschäftsführungen kommen
und gehen sehen, interne und externe, an den roten Zahlen hat sich nichts
geändert. Die Besucherzahlen stagnieren und gehen nur in die Höhe, wenn
das Wetter schlecht ist. Sollen wir uns deshalb vielleicht ständig schlechtes
Wetter wünschen? Der Handlungsdruck bei der Therme ist weg. Bei der derzeitigen
finanziellen Situation der Stadt glaubt man, sich die Therme leisten zu
können. Das kann sich aber schnell, sehr schnell ändern. Hier sind alle
nach wie vor gefordert. Sprechblasen und hohle Bekenntnisse helfen da nicht
weiter. Angesichts wichtiger Investitionen im Innenstadtbereich - Sanierung
der Langen Straße - kann es sich die Stadt kaum leisten die Defizite bei
den laufenden Kosten des Bades abzudecken, schon gar nicht können hohe Betärge
aus dem städtischen Haushalt für umfangreiche Investitionen im Thermalbad
aufgewendet werden. Dafür reicht die freie Spitze, falls wir die in den
nächsten Jahren überhaupt noch einmal erwirtschaften, nie aus. Finanziert
werden könnte das nur über zusätzliche Schulden oder Waldverkäufe. Beides
lehnen wir kategorisch ab.
Zum Schluss sei es mir gestattet, auf ein besonders
positives Merkmal unserer Stadt hinzuweisen. Ich meine hier die vielen ehrenamtlichen
Aktivitäten. In der letzten Ratssitzung vor Weihnachten hat die Stadt zum
ersten Mal eine Reihe von Bürgern ausgezeichnet, die sich im weitesten Sinne
um unser Gemeinwesen verdient gemacht haben. Es ist diese Einstellung der
Bürger, ihr Engagement im sozialen, sportlichen oder kulturellen Bereich,
das die Lebensqualität in unserer Stadt erhöht. Ich will für alle stellvertretend
drei wohltätige Vereine herausgreifen: die Speisekammer, den Bürgerpunkt
und den Förderverein Freizeitbäder Kernstadt Bad Driburg. Die Mitglieder
dieser Vereine arbeiten direkt an der Basis, sie wissen, wo der Schuh drückt
und scheuen weder Zeit noch Geld um zu helfen. Durch die von diesen Vereinen
akquirierten Sponsorengeldern wird die Stadt auch finanziell entlastet.
Das wäre sicher auch ein Modell für das Thermalbad. Nicht nur fordern, sondern
selbst Hand anlegen. Warum soll diese hoch subventionierte Einrichtung nicht
auch einen Förderverein haben, der das Bad mit guten Vorschlägen sowie Eigenleistungen
voranbringt und die Stadt finanziell entlastet? Darüber sollte die neue
Geschäftsführung sich ernsthaft Gedanken machen!
Ich komme nun zum Schluss.
Die ödp-Fraktion stimmt dem Haushaltsplanentwurf 2008 zu und dankt dem Bürgermeister,
dem Kämmerer und der Verwaltung für dessen Erstellung. Ihnen allen danke
ich für Ihre Aufmerksamkeit.
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